Jugendhilfeeinrichtung Scheifeshütte in Kempen offiziell eröffnet

Hier kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diakoniewerks Duisburg um Familien in Krisensituationen, die bei der Betreuung und Förderung ihrer Kinder Unterstützung benötigen. In drei Gruppen stehen insgesamt 18 Plätze zur Verfügung für Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren. Am Freitag, den 23. Februar 2018, wurde die neue Einrichtung offiziell eröffnet.

 

Drei Gruppen bieten Hilfsangebote mit individuellen Konzepten

Die Scheifeshütte ist eine kleine Anliegerstraße im Kempener Ortsteil St. Hubert. Ländlich gelegen gegenüber von einem Bauernhofgeschäft unterscheidet sich das Backstein-Gebäude des Diakoniewerks Duisburg kaum von den umliegenden Höfen. Es gibt drei separate Eingänge: Betritt man das Haus von der rechten Seite, gelangt man in die Gruppe für junge Kinder von 0 bis 6 Jahren. Mütter (oder auch Väter) und Kinder wohnen hier gemeinsam. Aktuell sind es vor allem Kleinkinder und Babys, die durch das große Spielzimmer krabbeln oder sich nebenan im gemeinsamen Speiseraum zum Frühstück treffen. Die Eltern-Kind-Zimmer befinden sich im Obergeschoss.

Der mittlere Eingang des Gebäudes mit der antiken Doppelflügel-Tür aus Holz führt in die Regelwohngruppe für Kinder von 6 bis 14 Jahren. Schulpflichtige Kinder besuchen die nahegelegene Grundschule bzw. die weiterführenden Schulen in Kempen und Umgebung. Die Mitarbeiterinnen der Scheifeshütte arbeiten im Schichtdienst, so dass rund um die Uhr Ansprechpartner für die Kinder zur Verfügung stehen und eine familiäre Wohnatmosphäre entsteht.

Auf der linken Seite des Gebäudes befindet sich ein kleiner Anbau – das ist das eigene Reich für die Teenager ab 16 Jahren, die hier in einer Trainings-wohngemeinschaft auf ein selbständiges Leben in einer eigenen Wohnung vorbereitet werden. Der großzügige Garten mit Terrasse und die Spiel- und Bewegungsräume können von allen Gruppen genutzt werden. Übernachtungs-möglichkeiten für Eltern und Geschwisterkinder stehen bei Bedarf zur Verfügung.

„Bei unseren individuellen Betreuungs- und Förderkonzepten steht immer die Hilfe für das einzelne Kind im Fokus“, erklärt die Leiterin der Scheifeshütte, Martina Pietras. „Die Kinder und Jugendlichen sollen hier zur Ruhe kommen und in ihrer Entwicklung bestmöglich gefördert werden. Unsere Mitarbeiterinnen sind verlässliche Bezugspersonen, die den Kindern u.a. durch feste Strukturen Sicherheit geben.“ Eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern begleitet den Aufenthalt der Kinder und Jugendlichen in der Scheifeshütte.

 

Alex ist die Älteste – Juliano ist der jüngste Bewohner

Die ehemalige Bauernhofanlage Scheifeshütte ist bereits seit 1991 im Besitz des Diakoniewerks Duisburg und wurde bis Dezember 2016 als Drogenfachklinik für Frauen genutzt. Für die Bedürfnisse von Kindern waren umfassende Modernisierungsmaßnahmen erforderlich. Jede Steckdose hat jetzt eine Kindersicherung, jede Treppe ein Schutzgitter. Juliano ist mit vier Wochen aktuell der jüngste Bewohner. Bei seinem Einzug war er sogar erst sieben Tage alt. Krabbeln kann Juliano noch nicht, aber er benötigt ein Babybett, einen Wickeltisch, eine Babywanne, Babynahrung etc. Seine Mutter war nach der Geburt mit der Pflege des Neugeborenen überfordert und dadurch das Wohl des Kindes gefährdet. Sie lernt nun mit anderen Müttern, ihr Kind zu versorgen und die Signale des Babys richtig zu deuten. „Juliano und seine Mutter haben wir von Anfang an intensiv begleitet“, erzählt Martina Pietras. „Wir haben der jungen Frau gezeigt, welche Temperatur für die Babymilch ideal ist, wie wichtig ein strukturierter Tagesablauf ist und wir üben auch schon die Zubereitung des ersten Gemüsebreis.“

Alex ist mit 17 Jahren derzeit die älteste Bewohnerin in der Scheifeshütte. Zusammen mit einem anderen Mädchen wohnt sie im Anbau in der „Teenager-WG“. Alex besucht noch die Schule und bereitet sich gerade auf das Abitur vor. Nach der Trennung ihrer Eltern gab es immer wieder Schwierigkeiten aufgrund der Wohnsituation beim Vater oder bei der Mutter. Jetzt wohnt Alex schon seit einigen Wochen in der Scheifeshütte und fühlt sich dort sehr wohl. In der Trainingswohngemeinschaft haben die Jugendlichen einen eigenen Haustür-Schlüssel und leben dort relativ selbständig. „Die Mädchen haben bei uns Freiheiten und Pflichten wie in jeder Familie“, so Martina Pietras. „Sie müssen an Wochentagen spätestens um 22 Uhr nach Hause kommen und es gibt hier ein Zigaretten- und Alkoholverbot. Auch Arbeiten im Haushalt und Einkäufe gehören zu ihren Aufgaben.“

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